Mitarbeiterin des ZsL Stuttgart wird Landesbehindertenbeauftragte

von ABS-ZsL (Kommentare: 1)

Pressemitteilung vom 19. September 2016

Mitarbeiterin des ZsL Stuttgart wird Landesbehindertenbeauftragte

Stuttgart

Stephanie Aeffner, bis Oktober noch im ZsL hauptamtliche Mitarbeiterin des Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart (ZsL), wird die neue Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung in Baden-Württemberg. Dies hat heute der Grüne Sozialminister von Baden-Württemberg  auf der Sitzung des Landesbehindertenbeirates bekanntgegeben. Mit Stephanie Aeffner wird erstmals ein Mensch mit Behinderung zur Behindertenbeauftragten in Baden-Württemberg ernannt.

Aeffner arbeitete seit 2012 in der Beratungsstelle des ZsL als hauptamtliche Mitarbeiterin und ist dort als Beraterin tätig. Nun wird sie die ehrenamtliche Stelle der Landesbehindertenbeauftragte übernehmen.

Das ZsL hatte im Vorfeld gemeinsam mit anderen Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderung in zwei offenen Briefen kritisiert, dass dieses wichtige Amt ehrenamtlich vergeben wird und sich erhofft, dass die Entscheidung gemeinsam mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung getroffen wird. Das ist auch weiterhin der Standpunkt des ZsL und man werde auch weiterhin dafür öffentlich eintreten. „Wir sehen aber auch die Chance die sich bietet, die Stelle der Landesbehindertenbeauftragten  mit einem Menschen mit Behinderung zu besetzen“, erklärt Friedrich Müller, 1. Vorsitzender des ZsL Stuttgart. Aeffner ist in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung tief verwurzelt und kann durch ihre langjährige Erfahrung im Bereich der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung diese nun in ihrer neuen Position einbringen, so Friedrich Müller weiter.

Das ZsL Stuttgart ist eine unabhängige Beratungsstelle von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Simon Baumgartner |

Herzlichen Glückwünsch an das ZsL-Stuttgart!

Der lange Kampf um die Anerkennung einer echten Inklusion von Menschen mit Behinderungen scheint sich zu lohnen.

Mit Stephanie Aeffner ist zum ersten Mal selbst ein betroffener Mensch mit Behinderung - Landesbehindertenbeauftragte in BW. So etwas nennt man "Glaubwürdigkeit"! Daher erst mal -Herzlichen Glückwünsch, Stephanie Aeffner!

Aber es gibt noch viel zu tun in der Sache -INKLUSION- von Menschen mit Behinderungen

Konkrete Beispiele:
- die Situation auf dem Arbeitsmarkt - noch immer sind Menschen mit Behinderungen überprortional betroffen.

- dies gilt auch für den Wohnungsmarkt

- das "Gerede" um das BTHG, das zum einen eine neue Ausgabendynamik verhindern will, zum anderen eine "spürbare" Verbesserung von Menschen mit Behinderungen verspricht. Das passt nur schwer zusammen.

Während die Kommunen den Behindertenbeauftragten i. d. R. auf das Hauptamt setzt, soll ausgerechnet die Landesbehindertenbeauftragte ehrenamtlich besetzt werden. Apropos Kommunen, die wenigsten kommunalen Behindertenbeauftragte(n) haben eine "SCHWER"-behinderung!

Meine Leser: Hier steht Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.

Die Menschen mit Behinderugen in Baden-Württtemberg haben mit Stephanie Aeffner zum ersten Mal eine echte Chance glaubwürdig vertreten zu werden. Aber es gibt noch viel zu tun...

Herzliche Grüße

Simon Baumgartner